Unsichtbare Freunde – von Alan Ayckbourn im Theater im Zentrum

Was gibt es Schlimmeres im Leben: Man kommt mit einer Wahnsinnsneuigkeit im Gepäck von der Schule nach Hause, und keiner hört einem zu? Genauso ergeht es Lucy Baines, die eben in die Schwimmmannschaft der Schule aufgenommen wurde.
Doch das lässt Mutter, Vater und den älteren Bruder ziemlich kalt! Mama lässt einen sowieso nie zu Wort kommen, Vater schläft ständig vor der Flimmerkiste ein, und der Bruder dröhnt sich lieber mit lauter Musik zu, als ein Ohr für die Belange der Schwester zu haben. Dabei könnte es doch so einfach sein. Ein “Toll”, “Fein gemacht, Lucy” oder “Bravo” würde schon reichen.

Wenn also keiner zuhört, dann muss man sich bei irgendjemandem Gehör verschaffen. Aus diesem Grund erfindet Lucy ihre perfekte Freundin. Zarah, wie Lucy sie nennt, hat jedoch einen Nachteil: Sie ist unsichtbar! – Dafür besitzt sie unglaublich tolle Fähigkeiten, wie zum Bespiel: Lucys nervige Familie einfach verschwinden zu lassen. Soweit, so gut. Turbulent wird die Sache erst, als Zarah ihre eigenen schrill-schrägen Verwandten mit ins Haus bringt. Und die haben es in sich!
Dieser verhängnisvolle Zauber gerät bald außer Kontrolle, und Lucy empfindet plötzlich etwas, das sie schon lange nicht mehr gespürt hatte: Sehnsucht nach ihrer eigenen, ganz und gar nicht perfekten Familie …

Phantasie und Alltag – aus diesem Widerspruch hat der berühmte Dramatiker Alan Ayckbourn eine ebenso schaurige wie charmant-witzige Komödie verfasst.

Alan Ayckbourn kommt 1939 in London zur Welt. Die Mutter ist Journalistin, der Vater Musiker. Alan ist Mitglied der Schultheatergruppe und wechselt als Achtzehnjähriger zum professionellen Theater. Dort arbeitet er zunächst in allen denkbaren Funktionen: als Requisiteur, Bühnenmaler, Schauspieler, Licht- und Tontechniker. Zwei Jahre später schreibt er seine ersten Stücke und der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten. Heute zählt er zu den meistgespielten Autoren der Welt. Seine Dramen (er hat über achtzig geschrieben) wurden in 26 Sprachen übersetzt. Er ist wohl der einzige weltweit erfolgreiche Bühnenautor, der immer wieder auch für Kinder schreibt. Neben seiner Tätigkeit als Autor führt er auch Regie, oft bei den Uraufführungen seiner eigenen Werke. Diese finden meist in Scarborough statt, einem kleinen englischen Seebad, wo Ayckbourn in einem Pfarrhof wohnt.

Peter Raffalt wird 1957 in Villach geboren, absolviert seine Schauspielausbildung in Stuttgart und arbeitet als Schauspieler, Regisseur und Autor u.a. am Schauspiel Stuttgart, am Theater Trier, am Schauspielhaus Bochum und zuletzt am Schauspielhaus Zürich. Seine Stücke, wie “Die schwarze Hand”, “Der Nussknacker” oder “Cinderella und der Kampf um die Zauberfrucht”, werden in Bochum bzw. Zürich uraufgeführt. Als Regisseur zeichnet er zuletzt verantwortlich für die Inszenierung von Tina Müllers Drama “Bikini” sowie Thomas Birkmeirs Bearbeitung des Robert Musil Klassikers “Die Verwirrungen des Zöglings Törleß” – beides am Jungen Schauspielhaus Zürich. Seit einigen Jahren arbeitet er frei und dreht für Film und Fernsehen, u. a. in “SOKO Köln”, “Alarm für Cobra 11” und “Tatort”. Mit der Regie von Alan Ayckbourns “Unsichtbare Freunde” im Theater im Zentrum feiert er nun sein Debüt am Theater der Jugend.

UNSICHTBARE FREUNDE
von Alan Ayckbourn
Deutsch von Gottfried und Inge Greiffenhagen

Regie: Peter Raffalt
Ausstattung: Andrea Bernd
Licht: Lukas Kaltenbäck

mit Alexander Absenger, Uwe Achilles, Pilar Aguilera, Christian Graf, Jana Horst, Noëmi Kaiser, Alexander Morandini

Theater im Zentrum
1, Liliengasse 3
Aufführungen ab 13. Oktober 2008
Premiere am 15. Oktober 2008 um 18.00 Uhr
Weitere Vorstellungen: tägl. außer sonntags bis 18. Dezember 2008
ab 11 Jahren

Theater der Jugend

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Autor: svr
Datum: Mittwoch, 1. Oktober 2008
Themengebiet: Kultur

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